01/2019 von

Rail’n’Scale W123

Auf einem Bahnhofsvorplatz der Epoche IV und der frühen Epoche V darf eigentlich ein Taxi der Mercedes Baureihe W123 nicht fehlen – da es diesen bei den bekannten Modellautoherstellern in Spur N nicht gab, ist hier mit Rail’n’Scale eine Nischenanbieter in die Bresche gesprungen, der sich auf 3-Druck-Modelle spezialisiert hat. Schwerpunkt liegt dabei im Straßenumfeld, sei es Ausstattung oder aber diverse Fahrzeuge.

Bisher fand die Produktion und der Vertrieb über den 3D-Druck-Dienstleister Shapeways statt. Mittlerweile hat aber auch DM-Toys/Modellbahn-Union ausgewählte Produkte, wie eben den Mercedes W123, ins Sortiment aufgenommen, die auch auf den eigenen 3D-Druckern und nicht mehr extern produziert werden.

Zeit sich das Modell beispielhaft für die vielen 3D-Modelle von Rail’n’Scale einmal anzuschauen.

Das Modell besteht aus zwei Teilen: Dem Chassis inklusive Inneneinrichtung sowie der Karosserie, die nach der Lackierung auf das Chassis geklebt werden kann. Daneben benötigt man natürlich noch die entsprechenden Farben sowie zur Verglasung eine dünne transparente Kunststoff-Folie/Platte sowie Miko-Kristal-Klear(MKK). Eine Baueinleitung gibt es sowohl auf der Bestellseite des entsprechenden Modells bei DM-Toys als auch bei Railnscale.com

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Im Gegensatz zu den über Shapeways zu beziehenden Modellen müssen die von DM-Toys erhältlichen nicht mehr entfettet werden und sind fertig zur Bemalung. Aufgrund der schwarzen Farbe empfiehlt sich aber gerade für helle Modelle - wie dem Taxi - eine helle Grundierung aufzusprühen. Hierzu bieten verschiedene Modellfarben-Hersteller entsprechende Sprühdosen an.

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Grundiert kann man auch die Details der Modelle begutachten: Die Proportionen des W123 sind sehr gut getroffen, sämtliche erhaben Details sind bereits angedruckt und präzise dargestellt. Bis hin zum Mercedes-Stern auf den Radkappen. Die Wandstärke im Bereich der Fenster ist der Technik geschuldet etwas dicker, dies lässt sich aber im weiteren Verlauf mit Farbe sehr gut kaschieren, dazu später mehr.

Die feinen Schichten des 3-D Druckes lassen sich leider nicht ganz vermeiden, so sieht man auf dem Dach feine Terrassen um die Wölbung darzustellen, die Seitenwänden sind aufgrund der Materialschichten etwas rauer. Wer sich viele Mühe machen möchte, könnte insbesondere das Dach noch verspachteln und schleifen, gerade wenn man ein Fahrzeug ohne Taxischild auf dem Basteltisch liegen hat. Bei den Seitenwänden besteht jedoch die Gefahr auch die vielen Details wie Türgriffe und Zierleisten wegzuschleifen.

Aus diesem Grund ist auch für eingefleischte Airbrushnutzer der Griff zum Pinsel empfehlenswert. Durch den etwas dickeren Farbauftrag werden nämlich diese kleinen Unebenheiten etwas nivelliert.

Für ein Taxi ist natürlich Hellelfenbein die richtige Farbe (Ral 1015). Den Ton gibt es z.B. unter der entsprechenden Ral-Nummer bei Elita oder als Nummer 41 bei Humbrol. 

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Der Innenraum kann mit beliebigen Farben nach Geschmack bemalt werden. Ich habe mich für eine Grundfarbe aus dunkelgrau mit beige abgesetzten Sitzen entschieden.

Nach dem Trocknen der Grundfarbarben kommen die Details, die das Auto erst richtig lebendig wirken lassen. An erster Stelle steht dazu immer eine kurze Internetsuche nach dem entsprechenden Fahrzeug, in dem Fall nach „W123 Taxi“

Wichtige Details sind

-          Der Kühlergrill mit Lampen

-          Die Rücklichter

-          Stoßstangen

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Wenn das noch nicht genug ist, kann es mit

-          Zierleisten

-          Türgriffen

-          und Radkappen

weitergehen.

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Hierbei sollten jedem klar sein, dass man vor Fehlern nicht gefeit ist. Irgendwann wird sicher mal ein Strich daneben gehen. Aus diesem Grund rate ich zur Verwendung von wasserlöslichen Farben für die Details. Ich verwende Revell-Aqua-Color für diese Akzente. Sie trocknen schnell und so besteht kaum die Gefahr etwas zu verwischen. Außerdem haften sie auf glatten Untergründen eher mäßig gut. Was an anderer Stelle ein Nachteil ist, ist hier ein Vorteil: Kleine Farbkleckse lasse sich meist ohne Beschädigung des Untergrundes mit einer Zahnstocherspitze rückstandslos wieder abreiben. Einzige Voraussetzung: Die Grundfarbe sollte glänzend und gut durchgetrocknet sein.

Mit etwas Farbe ist nun auch kinderleicht, die Wandstärke an den Fenstern zu kaschieren. Dazu streicht man einfach die Innenkanten der Fensterrahmen dunkelgrau bis schwarz. Damit verschmilzt der Rahmen mit dem ebenfalls dunklen Innenraum. Dies vergrößert optisch die Fenster und macht die Fensterstege zierlicher. Am leichtesten geht das, wenn man nicht mit der Pinselspitze sondern mit den Seiten malt. Also den Pinsel erst einmal in das entsprechende Fenster schieben, so die Spitze den Rahmen passiert hat und dann mit der Seite des Pinsels den Rahmen von Innen abstreichen. Ggf. hilft es dabei die Farbe vorher leicht zu verdünnen.

Nun fehlt noch die Verglasung. Die eher kleinen Seitenfenster werden am besten mit Mikro-Kristal-Klear ausgefüllt. Es ist eine zähe weiße Flüssigkeit, die man mit einem Zahnstocher in die Fenster einbringt. Aufgrund der starken Oberflächenspannung bildet sich ein geschlossener Film, der mit der Zeit transparent austrocknet. Auf der Seite von Rail’n’Scale gibt es dazu genauere Angaben: https://railnscale.com/tipps-deutsch/#fenster

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Wer das Verfahren erst einmal üben möchte, kann auch Weißleim verwenden, wobei die Scheiben eventuell etwas milchig bleiben können.

Beide Materialien lassen sich nach einem missglückten Versuch auch problemlos wieder entfernen.

Für die Front und die Heckscheibe ist diese Methode ungeeignet, da diese zu groß sind. Hier muss eine Folie zugeschnitten werden wie man sie vielleicht noch von Modellhäusern in der Bastelkiste liegen hat. Manchmal findet man auch geeignetes Material zwischen eingeschweißten Schinken- oder Käsescheiben. Für den geeigneten Zuschnitt gibt eine Schablone es in der Bauanleitung, die man dazu richtig skaliert ausdrucken muss. Dies ist der Produktion bei Shapeways geschuldet. Mit der Übernahme der Modelle durch die Modellbahn-Union mit dem entsprechenden Laser-Cut-Know-how wäre es auch möglich, diese Scheiben exakt vorzufertigen und beizulegen. Diese Anregung wurde bereits aufgenommen und eine Umsetzung ist geplant.

Die Scheiben können mit kleinen Tropfen MKK fixiert und die Fugen anschließend mit glänzendem Klarlack geschlossen werden.

Danach bleibt nur noch der Zusammenbau von ober und Unterseite und dem Anlageneinsatz steht nichts mehr im Wege.

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Das Taxi finden Sie hier im Shop von DM-Toys.

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