04/2019 von

Prellböcke der Modellbahn Union

Prellböcke gehören zur Bahn fast wie Weichen - kaum eine Modellbahn kommt ohne sie aus. Daher ist es nicht überraschend, dass die Modellbahn Union sein Programm an 3D-gedrucktem Bahnzubehör um Prellböcke verschiedener Bauformen und Epochen erweitert.

Als Freund der modernen Bahn habe ich mir daher zwei herausgepickt, die ich genauer betrachten wollte: Zum einen den „modernen Prellbock“ MU_N-A00361, zum anderen „Rawie 10EB“ MU_N-A00073.

Der „moderne Prellbock 1“ scheint dabei ebenfalls in der Form an die Prellböcke des Herstellers „Rawie“ angelehnt, die vergleichbare Formen tatsächlich schon seit den 30er Jahren anbieten. Dass die Prellböcke heute immer noch modern wirken und in ähnlicher Bauart bis heute gebaut werden, spricht für ein zeitloses Design.

Bei dem „10EB“ handelt es sich genauer gesagt um einen Prellbock des Types „10EB M+S“ und hat damit ein konkretes Vorbild. M+S steht dabei für die Kombination aus Mittel- und Seitenpuffer. Diese Prellböcke sind also besonders für Abstellgleise geeignet, auf denen auch regelmäßig Triebwagen mit Mittelpufferkupplung abgestellt sind.

Beide Prellböcke sind eher für Abstellgleise vorgesehen als für Stumpfgleise eines Kopfbahnhofs, da sie über keine weiteren Bremselemente hinter dem Prellbock verfügen.

Die Modelle:

Die je zwei Prellböcke pro Verpackung sind in schwarzem Kunststoff gedruckt. Es sind keine Produktionsrückstände erkennbar, so dass eine zusätzliche Reinigung nicht erforderlich ist.

Beide Prellböcke werden lose auf die Schiene gesetzt und müssen dort verklebt werden. Während der „Rawie 10EB“ nur von außen um die Schienen greift, werden beim „modernen Prellbock“ die Schienenköpfe je von beiden Seiten umschlossen. Damit sitzt dieser etwas strammer. Das macht bei blanken Schienen kein Problem. Wer jedoch gerne die Schienen im Bereich der Prellböcke mit Rostfarbe lackiert, sollte die Farbe nicht zu satt auftragen.

Sehr gut hat mir bei beiden Prellböcken gefallen, dass die Pufferhöhe maßstäblich ist, bzw. der NEM Pufferhöhe entspricht. Die Prellböcke der Gleishersteller stammen oft noch aus einer Zeit von etwas hochbeinigen Fahrzeugen, die für aktuelle Modelle damit zu hoch sind. Mit den neuen Prellböcken gehört das Problem nun der Vergangenheit an. Ich hatte die Befürchtung, dass dafür die Pufferbohle mit den Kupplungen kollidiert, aber tatsächlich hat das mit den von mir probierten Fahrzeugen keine Probleme gemacht. Die Kupplungen passten haarscharf unter der Pufferbohle hindurch. Wer hier Sorgen hat, könnte die Unterkante u.U. mit dem Cutter ganz leicht anschrägen, so dass der Kupplungskopf unter die Pufferbohle gelenkt werden kann.

Beide Prellböcke sind auch optisch sehr gut gelungen und wirken trotz der Mindestdicken, die der 3D-Druck erforderlich macht, deutlich zierlicher als andere vergleichbare Prellböcke am Markt. Beim Rawie 10EB ist insbesondere die beim Vorbild charakteristische V-förmige Neigung der Seitenflächen nach außen hervorzuheben, durch die der Prellbock einen charakteristische Optik erhält. Schön wäre es noch, wenn die Prellböcke schon über eine Befestigungsmöglichkeit für ein Abschlusssignal Sh0 oder Sh2 verfügen würde und diese, z.B. auf Papier gedruckt, zum Aufkleben beilägen.

Lackierung:

Neuere Prellböcke sind häufig aus blanken, vermutlich feuerverzinktem Stahl, sodass sich ein grau-silber Ton anbietet, ggf. noch etwas gealtert. Ich habe dazu eine Mischung aus Revell 374 (grau) und 99 (Aluminium) verwendet. Rawie liefert neue Prellböcke auch gerne in Gelb aus, weshalb man hier, wenn man es mag, mit dem Rawie 10EB auch mal einen Farbtupfer auf der Anlage setzten kann. In dem Fall sollte man den Prellbock aber vorher hell grundieren, da die meisten Gelbtöne den dunklen Untergrund nur schlecht überdecken.

Das Material ist für den täglichen und normalen Gebrauch voll zufriedenstellend. Ein starker Aufprall mit aufgedrehtem Regler sollte aber natürlich vermieden werden.

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Fazit:

Die neuen Prellböcke der Modellbahn Union bieten eine große Typenvielfalt mit Bauformen an, die teilweise bisher nicht im Handel erhältlich waren. Wer im persönlichen Fuhrparkt noch viele ältere Modell mit zu hohen Puffern hat, sollte sich die Anschaffung überlegen. Aber insbesondere, wenn man den älteren, deutlich gröberen Konstruktionen überdrüssig geworden ist, hat man nun eine große Auswahl schöner Alternativen zur Verfügung. Mit wenigen Pinselstrichen fertiggestellt, sind die Prellböcke schnell platziert und werten die Anlage gegenüber den Prellböcken der Großserienhersteller deutlich auf.

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