04/2015 von

Piko SNCF Lokomotiven

Die SNCF BB 25559, BB 25679 und BB 26168  von Piko

Die Vorbilder

Zwischen 1964 und 1976 lieferte Alstom 194 Loks der Reihe BB 25500 (Piko-Art.Nr. 94221) für den Betrieb auf dem französischen Gleich- und Wechselstromnetz an die SNCF. Ursprünglich war die 140 km/h schnelle Lok für den Einsatz vor Fernschnellzügen gedacht, aufgrund schlechter Laufeigenschaften wurde sie jedoch schon bald nur noch im Personen- und Güterverkehr eingesetzt. Die Loks BB 25588 bis 25694  (Piko-Art.Nr. 94208)  erhielten einen verlängerten Führerstand, ihre Gesamtlänge wuchs damit um 87 cm. Ab 2004 erfolgten die ersten Ausmusterungen, ca. 90 Loks sind bis heute noch im Einsatz.

Zwischen 1988 und 1998 fertigte Alstom insgesamt 234 Zweisystem-Loks der Reihe 26000 (Piko-Art.Nr. 94137)  für die Französische Staatsbahn SNCF. Sie können sowohl mit Gleichstrom von 1,5 kV als auch mit Wechselstrom von 25 kV/50 Hz betrieben werden und somit außerhalb von Frankreich auch in den Benelux-Staaten eingesetzt werden. Eine Besonderheit der 200 km/h schnellen Loks ist, dass sie in jedem Drehgestell nur einen großen Fahrmotor besitzen.

Die Optik

Wie von Piko nicht anders gewohnt, weisen die drei Modelle eine sehr hohe optische Übereinstimmung mit ihren Vorbildern auf. Das fängt bei der, wegen der verschiedenen Stromsysteme, unterschiedlichen Anzahl der Schleifleisten an den Einholm-Stromabnehmern an und endet bei der Detaillierung der Drehgestellblenden. Bei der BB 25500 wirken sie etwas flach graviert, was aber durchaus vorbildgerecht ist, wie Vergleiche mit Vorbildfotos zeigen. Ein besonderer optischer Leckerbissen sind die extrem sauber gedruckten alten SNCF-Logos an den Lokfronten der beiden BB 25500. Bei allen drei Loks sind die Farbtrennkanten randscharf  ausgeführt und die Anschriften sind bis ins Kleinste mit der Lupe lesbar. Störend wirken bei der „kurzen“ BB 25500 die weit vorstehenden Modellkupplungen.

Die Technik

Alle drei Loks fahren weich an, haben ein sehr angenehmes, leises Fahrgeräusch (lediglich bei unserem Testmuster der BB 26000 etwas kratzig)  liegen bis hinauf zur  (deutlich überhöhten) Höchstgeschwindigkeit völlig ruhig im Gleis und haben auch bei Kunststoff-Weichenherzstücken keinerlei Probleme mit der Stromabnahme. Die leicht gelbliche LED-Zwei-Licht-Spitzen-Beleuchtung mit Lichtwechsel ist schon sehr frühzeitig sichtbar. Leider hat man nicht auf einen an sich überflüssigen Weiß/Rot-Lichtwechsel verzichtet. Die kleinen Schwungmassen sind naturgemäß nicht in der Lage, bei Stromausfall einen großen Auslauf zu erzeugen. Mit Lokgewichten um 80 Gramm und jeweils zwei diagonal auf den inneren Achsen angeordneten Haftreifen haben die Modelle keine Zugkraftprobleme. Die Normschächte für die Kupplungsaufnahme sind an den Drehgestellen angebracht, Kurzkupplungskulissen sind nicht vorhanden.


Wartung und Pflege

Das Abnehmen der Lokgehäuse funktioniert leider nicht so einfach, wie in den Bedienungsanleitungen dargestellt. Vorsicht! Nicht an den Drehgestellen ziehen! Diese hängen sich dabei leicht aus. Wenn das Öffnen geschafft ist, zeigen sich die sechspoligen Digitalschnittstellen gut zugänglich. Zum Ölen der Motorlager machen die Bedienungsanleitungen keine Angaben. Wer es dennoch tun möchte, muss beim Abnehmen und Wiederaufsetzen der Platine darauf achten, die zahlreichen dünnen Drähtchen nicht zu beschädigen.

Das Fazit

Die drei SNCF-Loks von Piko machen sich in der Vitrine und im Anlageneinsatz gleich gut. An der Optik und an den Fahreigenschaften gibt es fast nichts auszusetzen. Verbesserungswürdig sind dagegen die Bedienungsanleitungen und die Wartungsfreundlichkeit.

Jürgen Plack

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