10/2014 von

MW-Modell Spitzdachwagen

Vorbild:

Diese markanten italienischen Güterwagen mit ihren spitzen Dächern wurden zwischen 1936 und 1947 in verschiedenen Ausführungen gebaut: mit und ohne Bremserhaus, mit langem und kurzem Achsstand, sowie mit jeweils 2+2- oder 1+1-Lüftungsschieber pro Wagenseite. Insgesamt wurden über 20.000 Exemplare in Dienst gestellt.

Sie wurden bezeichnet als Typ „F“ ; später im UIC-Schema erhielten sie die Bauart-Bezeichnung „Ghms“ bzw. „Ghkkms“ . Die Serie mit den Betriebsnummern 1126100 – 1126591 wurde in Alu-Bauweise erstellt, eine für die damalige Zeit sehr fortschrittliche Bauweise.

Parallel zu den „Tipo F“ wurden neue Kühlwagen gebaut mit der Typen-Bezeichnung „Hg“; später gem. UIC-Schema als „Ims“ bezeichnet. Von diesen Kühlwagen wurden zwischen 1938 und 1946 fast 3000 Exemplare gebaut, auch hier mit und ohne Bremserhaus, mit langem und kurzem Achsstand, sowie mit kleinen Detail-Unterschieden. Sie erhielten ein zusätzliches, auf dem normalen Dach aufmontiertes, „Sonnendach“. Einige der „Hg“-Kühlwagen wurden an INTERFRIGO vermietet.

Im Jahr 1953 wurden für die Speiseeis-Firma Motta eine kleine Serie von 7 Waggons gebaut . Sie hatten im Vergleich zu den übrigen „Hg“-Kühlwagen eine spezielle Inneneinrichtung mit separat abgeteilten Kühlkammern und wurden als Bauart „His“ bezeichnet.

Sowohl die Güterwagen vom Typ „F“ als auch die Kühlwagen „Hg“ wurden jeweils mit verschiedenen Achslagern und Federungen ausgestattet. Während die „F“-Typen zeit ihres Lebens braun lackiert waren, wechselte die Farbgebung bei den Spitdach-Kühlwagen „Hg“ von anfänglich weiß , später auf silber/alu .

Ab anfangs der 1940er Jahre bis Ende der 1980er Jahre waren diese italienischen Spitzdach-Güter- und Kühlwagen europaweit im Einsatz, meist in Lebensmittel-Zügen von Italien , via Schweiz/Österreich, nach Deutschland, und teilweise weiter in die BeNeLux-Länder und nach Skandinavien. Nach ihrer "Karriere" als internationale Güterwagen wurden viele Spitzdachwagen als Dienstwagen weiterverwendet. Sie waren dann oft in Bauzügen als Materialwagen unterwegs.

Zum Ende des zweiten Weltkriegs wurden in vielen Ländern ausländische Güterwagen quasi als Kriegsbeute beschlagnahmt und in den Wagen-Park der jeweiligen Bahngesellschaft integriert. So betraf es auch Wagen aus Italien, sowohl offene Güterwagen, als auch die markanten Spitzdach-Güterwagen der verschiedenen Bauarten. Einige dieser Waggons landeten auf diese Weise auch in der Schweiz. Sie wurden meistens im seinerzeitigen äusseren Erscheinungsbild belassen, erhielten jedoch die Anschriften "SBB-CFF" und den Hinweis "Darf die Schweiz nicht verlassen“.




Zum Modell:

Erstmals wurden diese Waggons für die Spur N von MW-Modell maßstäblich in 1:160 gefertigt. Als komplette Neukonstruktion sind die Modelle – entgegen dem allgemeinen Trend in der Branche – „made in Germany“! Es war eine schwierige Entscheidung, die Modelle in Deutschland oder China zu produzieren. Zumal die gesamte Infrastruktur für so eine Produktion hier in Deutschland fast nicht mehr vorhanden ist.
Man muß sich für alle Schritte der Produktion, angefangen beim Werkzeugbau bis hin zur Verpackung, separate Zulieferer und Dienstleister suchen.

Trotzdem fiel die Entscheidung zugunsten Deutschlands, u.a. wegen der räumlichen Nähe der Zulieferer und Dienstleister, und der großen Flexibilität, die sich hier vor Ort bietet. Der gesamte Werkzeugbau wurde von einem renommierten Betrieb ausgeführt, der in der Vergangenheit sehr viele Formen für Arnold und Trix gefertigt hat. Die Spritzguß-Rohlinge werden bei einer befreundeten Kunststoff-Firma gefertigt. Für die Lackierung konnten wir einen Betrieb gewinnen, der u.a. für Miele hochwertige Hausgeräte lackiert. Die feinen Tampon-Druck-Arbeiten werden von einer Firma ausgeführt, die früher auch für Arnold tätig war.
Eine Präzisions-Dreherei fertigt die feinen Metall-Puffer und die Beschwerungs-Gewichte. Einige Funktionsteile wie Kupplungsfedern und Achsen werden über LS-Models aus China beschafft. Die gesamte Konfektionierung erfolgt dann in eigener Regie.

Die Fertigung in Deutschland ist zwar organisatorisch sehr aufwändig und auch nicht gerade preisgünstig, bietet aber eine enorme Flexibilität in Bezug auf Stückzahlen und Lieferzeiten. Ohne diese Flexibilität wäre es nicht möglich gewesen, den N-Bahnern teils exotische Varianten anzubieten, die nur in kleinen Stückzahlen zu verkaufen sind. Während man in China immer noch an Mindest-Produktionsmengen von ca.300-500 Stück pro Form-, Farb-, und Bedruckungsvariante gebunden ist, ermöglicht uns die deutsche Produktion immerhin eine Losgröße hinunter bis 100 St. , teils sogar darunter ; und das bei kurzen Lieferzeiten von bestenfalls etwa 3-4 Monaten.



Dank innovativer Technik ist es möglich, die verschiedenen Achslager, die u.a. charakteristisch waren für diese Wagen, im Modell umzusetzen. Es stehen insgesamt 4 verschiedene Achslager mit unterschiedlichen Federungen (bis hin zu 3fach-Federpaketen) zur Verfügung. Speziell bei diesen feinen Gravuren zeigen sich die Stärken des versierten Formenbauers. Der weitere Detail-Reichtum ist auf den Bildern sehr gut zu erkennen.









Highlights und technische Daten:
•    exakte Umsetzung im Maßstab 1:160
•    LüP  57,5 bzw. 62,5 mm
•    Gewicht  14/15 g
•    unterschiedliche Achslager für Varianten der Epochen 2 , 3 und 4
•    einzeln eingesteckte Metall-Puffer
•    NEM-Normschacht mit Kurzkupplungskinematik
•    sauber gedruckte, feine Beschriftung
•    im Set immer verschiedene Betriebsnummern
•    made in Germany

Ab sofort gibt es die Spitzdachwagen von MW-Modell auch bei DM-Toys im Sortiment!

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