02/2018 von

Es werde Licht! Die LED-Leuchtmittel von Schönwitz

Schon im Arnold-Katalog von 1966 sind einige N-Lokmodelle mit Beleuchtung, teilweise sogar mit automatischem Lichtwechsel, aufgeführt. Verbaut waren in diesen Loks Kleinstglühlämpchen mit Stecksockel (bei der damaligen V 200, der BR 66 und der BR 23 mit Schraubsockel), die je nach Treibfahrzeug mehr oder weniger leicht ausgetauscht werden konnten, wenn sie ihren Geist aufgegeben hatten – was aber gar nicht besonders häufig vorkam.

Der Vorteil dieser Lämpchen: Sie erzeugten ein schönes, warmweißes Licht, das dem in den damals üblichen Vorbild-Loklaternen durchaus ähnlich war. Ihr Nachteil: Die Lichtstärke war stark von der Fahrspannung und damit von der Lokgeschwindigkeit abhängig. Bei manchen Loks war die Beleuchtung erst dann deutlich zu sehen, als sie kurz davor waren, aus der Kurve zu fliegen...

Abhilfe schaffte hier die Tatsache, dass die N-Bahn-Hersteller seit der Jahrtausendwende auf Grund der fortschreitenden Miniaturisierung nach und nach dazu übergehen konnten, bei Neukonstruktionen statt der Glühlämpchen fest eingebaute LED-Beleuchtungen zu installieren. Fest eingebaut, weil LEDs ja praktisch „ewig“ halten. Unangenehm fielen diese neuen Leuchtmittel zunächst dadurch auf, dass sie ein hartes, kaltweißes Licht erzeugten, das vor allem zu Epoche-III-Fahrzeugen gar nicht so recht passen wollte. Inzwischen gibt es aber auch warmweiße LEDs, die dem Glühlämpchenlicht recht nahe kommen.

Als jetzt die Ratzeburger Firma Schönwitz „LED Leuchtmittel 600000 MS4 Steckfassung warmweiß 12V bis 22V“ anbot, weckte das bei vielen N-Bahnern Begehrlichkeiten, und sie hatten den Wunsch, ihre älteren Triebfahrzeuge auf LED-Beleuchtung umzurüsten. Doch gemach – ganz so einfach ist das nicht! Das Schönwitz-Lämpchen hat nämlich einen Sockel-Durchmesser von 4,7 mm, die meisten Stecksockellämpchen im N-Bahn-Bereich aber einen Sockel-Durchmesser von nur 2,75 mm.

Glück haben die „Arnold-Fahrer“: In vielen älteren Modellen dieser Firma wurden Stecksockellämpchen mit einem Durchmesser von 4,7 mm verbaut, so z.B. in der E 41, der 111, der E 17, der E 18, der E 50, der E 94 und der V 100. Das Schönwitz-Lämpchen sollte in die Aufnahme aller Arnold-Modelle passen, bei denen die Ersatzteilnummer des Originallämpchens 0201-79 lautet.

Allerdings ist zu beachten, dass das LED-Lämpchen rund zwei Millimeter länger ist als das Glühlämpchen, es also mitunter Platzprobleme geben könnte.

Ganz wagemutige haben in diversen Foren schon beschrieben, dass sie deshalb sowohl den Kontaktnippel als auch den Glaskolben vorsichtig etwas kürzer gefeilt haben – angeblich ohne Funktionseinbußen. Letztendlich bleibt also in jedem Einzelfall nur Ausprobieren.

Schwierig wird das Ganze bei Fleischmann-, Roco- und Minitrixfahrzeugen, die fast durchwegs die kleinere Steckfassungs-Ausführung verbaut haben. Hier wäre also deutlich mehr Bastelarbeit (z.B. Fräsen) vonnöten.

Nach so viel Theorie jetzt endlich zur Praxis – am Beispiel einer E 41 von Arnold. In Kurzform: Gehäuse abnehmen, Platine abschrauben, Glühlämpchen herausnehmen, LED-Lämpchen einsetzen, Platine wieder aufschrauben. Sie steht jetzt an ihren Enden etwas hoch.

Die zwei Millimeter mehr Länge machen sich halt doch bemerkbar. Also Platine wieder abschrauben, ihre Kontaktzungen für die Lämpchen etwas flacher biegen und sie wieder aufschrauben. Funktionskontrolle: Noch bevor die Lok anfährt, leuchtet die LED – klasse! Das Gehäuse der Lok lässt sich trotz der etwas hochstehenden Platine problemlos wieder aufsetzen.

LED bei einer Fahrspannung von 9 Volt

Ab jetzt kann genossen werden: Licht schon im Stillstand (empfindliche Naturen glauben dabei ein ganz leichtes Flackern zu sehen, das aber mit dem Anfahren verschwindet), schöne, angenehme Lichtfarbe und beim Beschleunigen im Vergleich zur Originalbeleuchtung deutlich geringere Helligkeitszunahme. Bei Vorbildgeschwindigkeit zeigt sich eine Leuchtstärke, die einfach passt. Vom Standard-Glühlämpchen ist bei diesem Tempo so gut wie noch nichts zu sehen.

Herkömmliches Glühlämpchen bei 9 Volt

Das Fazit:

Die LED-Lampen von Schönwitz machen Schluss mit den Nachteilen der herkömmlichen N-Glühlämpchen., wie spätem Ansprechen, oft zu geringer Helligkeit und großer Geschwindigkeitsabhängigkeit. N-Bahner, die unter diesen Nachteilen „leiden“, sollten sich einmal ein paar dieser Lampen gönnen. Bei vielen Arnold-Loks sollte der Ersatz problemlos möglich sein, bei anderen Fabrikaten ist etwas Bastel-, bzw. Fräsarbeit vonnöten, um den nötigen Einbauraum zu schaffen. Aber N-Bahner sind ja kreativ...

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